Am Donnerstag, den 02.02.2017 fand ein sehr eindrücklicher Vortrag zum Thema “Wie lernen Kinder richtig” im Bürgersaal statt.

Die Frage: „Wie lerne ich richtig“ wird schon seit Generationen in den Familien mit Schulkindern diskutiert. Jedes Kind bringt diesbezüglich seine ganz persönlichen Kompetenzen mit, die es gilt richtig zu deuten und zu fördern, damit sich der angestrebte schulische Erfolg einstellt. Grundsätzlich kann zwischen vier verschiedenen Lerntypen bei den Schülerinnen und Schülern ausgegangen werden, die jeweils eine andere Herangehensweise  an den Lernstoff darstellen. Lerncoach Jens Kühn begeisterte die knapp 200 Eltern und auch interessierten Lehrer, die an diesem Abend in den Endinger Bürgersaal gekommen waren mit konkreten Lernbeispielen zum Ausprobieren. Der Elternbeirat der Stefan-Zweig-Realschule hatte den Kontakt zum LVB Lernen e.V. hergestellt und den Referenten nach Endingen geholt. Eingeladen waren die Eltern und Lehrer aller Endinger sowie umliegenden Schulen. Für die angeregten Pausengespräche hatte der Förderverein der Schule ein kleines Catering vorbereitet.

„Das Gehirn ist wie eine große Lagerhalle mit Regalen in denen die Lernpakete abgelegt werden.“ Mit dieser Vorstellung beginnt Kühn ein Lernexperiment mit den Zuhörern, die nun selbst wieder in die Schülerrolle schlüpfen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Wer es schaffte, die gegebenen Informationen zu strukturieren, konnte beim Wiedergeben klar punkten. „Strukturieren bedeutet zu wissen, in welchem Regal die Information abgelegt wurde“, erklärt Kühn diesen Effekt. Dabei hilft auch eine ordentliche Führung von Heften und Ordnern. Aber wie behält man die Informationen über einen längeren Zeitraum? Dazu gibt es klare Tipps: „Wiederholen ist wichtig. Wer nur einmal lernt, kann es eigentlich auch gleich bleiben lassen“, machte Kühn deutlich. Dabei ist auch die Portionierung wichtig: „Zu viel Lernstoff auf einmal kann das Gehirn nicht richtig in der ‚Lagerhalle‘ ablegen“. Stundenlanges Lernen am Stück funktioniert also nicht, um am nächsten Tag eine gute Arbeit zu schreiben. „Um Gelerntes zu behalten, sind nach einem Lernblock etwa 20 Minuten notwendig, in denen das Gehirn den Lernstoff ins Regal legt und sich den Lagerplatz merkt. In dieser Zeit darf allerdings keine Reizüberflutung durch Spielkonsolen, Fernsehen oder das ‚Checken‘ des Smartphones stattfinden.“ Der Stoff bleibt nur dann im Langzeitgedächtnis, wenn man ihn mehrmals in kleinen Schritten wiederholt. „Dazu eignet sich am besten das Schreiben eines Spickzettels“, erklärte Kühn den Eltern. Diese Methode zwingt zum Reduzieren auf das Wesentliche und hilft beim Strukturieren, was für das spätere Abrufen des Gelernten notwendig ist. „Dies ist wie eine Inventur, bei der man durch die ‚Lagerhalle‘ geht und schaut, wo sich welches Wissen befindet.“  Nun liegt es an den Eltern zu erkennen, welcher Lerntyp ihr Kind ist, um auf dessen Bedürfnisse bei den alltäglichen Lernaufgaben besser eingehen zu können. Vielleicht wird ja auch die eine oder andere Verhaltensweise gegenüber den eigenen Kindern auf den Prüfstand gestellt. Die praktischen Tipps zur Motivation, Kommunikation und Hausaufgabenbearbeitung dürften dabei sehr hilfreich sein. Loben nach einer erledigten Aufgabe ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg, denn es verbindet die beiden Hirnhälften emotional miteinander, was für das Lernen von zentraler Bedeutung ist.

 

Weitere Informationen: http://www.lvb-lernen.de/