Impressionen von der Premiere

 

Region im Blick-Artikel:

https://www.regionimblick.de/lifestyle/kunst-kultur/821-musical-standing-ovation-für-die-schauspieler

Zum BZ-Artikel:

http://www.badische-zeitung.de/plaedoyer-fuer-die-freundschaft

 

Die Stefan-Zweig-Realschule präsentierte den Zuschauern im Rahmen ihres musisch-künstlerischen Profils das Musical „Wilde Schwäne“.

Es war ein besonderer Premierenabend, den die 250 Besucher im ausverkauften Bürgerhaus Endingen erleben durften. Alle 71 Akteure sowie die Projektleiter waren hoch motiviert und konnten es kaum erwarten, ihr Stück nach einer langen und intensiven Probenzeit endlich der Öffentlichkeit vorzuführen. Schulleiter Uwe Lipp griff in seinen einführenden Worten die Notwendigkeit des Ausbaus und der Pflege von grenzüberschreitenden Freundschaften auf, die zur Verständigung beitragen und zur Erhaltung des Friedens notwendig sind. Gerade in der heutigen aktuellen weltpolitischen Situation erscheine dies nötiger denn je.

Die Thematik des Musicals ist inspiriert vom diesjährigen Gedenkjahr „100 Jahre Ende des 1. Weltkriegs.“ Dennoch ist die Handlung frei erfunden, aber mit Inhalten der realen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler verknüpft. Ausdrucksvoll brachten die Schauspielerinnen und Schauspieler ihre eigenen Erfahrungen beim deutsch-französischen Schüleraustausch in den einzelnen Akten zum Ausdruck. Mit Wortwitz und viel Gefühl wurde die Botschaft des Musicals auf die aktuelle Zeit bezogen. Tief unter die Haut gingen die Szenen, welche die Situation während des ersten Weltkriegs auf dem berüchtigten Menschenfresserberg Hartmannswillerkopf“ in den Südvogesen zeigten. Sehr emotionale musikalische Solos brachten dem Publikum die Sinnlosigkeit von Kriegen nahe und so mancher musste mit den Tränen kämpfen. Zeitzeugenberichte waren die Grundlage so mancher Dialoge, die teilweise auch im Dialekt und auf französisch vorgetragen wurden. Diese authentische Note, gepaart mit der leidenschaftlich gespielten fiktiven Geschichte über den Krieg, die Liebe und das Feiern der Jugend trotz schwerer Zeiten ließ niemanden im Saal kalt. Der Autor des Stücks, Wolfgang Rogge, meinte dazu: „Wer gemeinsam isst und trinkt, singt und liebt, wird nicht mehr aufeinander schießen.“ Die Regisseurin Mariella Kiss-Mayer unterstreicht dies mit den Worten „Kinder sind unsere Zukunft – sie haben die Welt von morgen in der Hand und sollten stets wachsam sein, wenn die Mächtigen dieser Welt mit dem Feuer spielen.“ Umrahmt wurde die Veranstaltung durch eine sehr eindrückliche Bilderdokumentation im Foyer. Sie zeigt den Hartmannsweilerkopf vor 100 Jahren und die heutige Gedenkstätte in einer Gegenüberstellung. In der Pause war dies für manche Besucher der Ort für vertiefende Gespräche. Die großartige schauspielerische Leistung der Stefan-Zweig-Musical AG wurde nach dem Finale „Jung wild und frei“ mit minutenlangen Standing Ovations honoriert. Konrektor Michael Reichenbach bedankte sich im Namen der Schule bei den 71 Akteuren und der Projektleitung mit Rosen. Für dieses großartige Bühnenevent gibt es noch Karten an der Abendkasse für die Vorstellungen an diesem Samstag und Sonntag. Beginn ist jeweils um 19 Uhr im Bürgerhaus Endingen.

Uwe Lipp

Wilde Schwäne – Musicalpremiere im Endinger Bürgerhaus