Am Mittwoch ging es um 5:25 Uhr fast pünktlich mit dem Bus von der Schule los. In Sélestat stiegen wir, d.h. 16 Schülerinnen und Schüler der 8. Und 9. Französischklassen mit ihren Begleitern, Frau Zimmermann und Herr Bergis,  in aller Ruhe in den Zug. Die weitere Zugfahrt verlief ohne Probleme und die Schüler konnten sich nach der herzlichen Begrüßung auf dem Bahnhof in Niort nachmittags bei ihren Gastfamilien einrichten.

Am Donnerstag war dann den ganzen Tag Schule angesagt. Unsere Schüler nahmen in kleinen Gruppen an verschiedenen Unterrichtseinheiten teil und staunten immer wieder über die disziplinierte Arbeitsweise sowie den hohen Grad an Digitalisierung. So erfasst eine ausgefeilte Software alle wichtigen Daten jedes Schülers wie die Erledigung der Hausaufgaben oder die Noten bei den Klassenarbeiten und ersetzt das herkömmliche Klassenbuch. Die sonstigen Regeln sind recht streng: Essen auf dem Schulhof ist nicht erlaubt und in Hohlstunden müssen die Schüler in einen großen Raum, der von einem “Surveillant” (= Aufpasser) überwacht wird. Überhaupt gibt es für die Aufgaben außerhalb des Unterrichts mehr Personal als bei uns. Eine Person ist alleine, unabhängig vom Sekretariat, nur mit dem Organisieren von Ausflügen und dem Einkauf von Materialien, Kostenabrechnungen etc. betraut. Selbstverständlich gibt es auch eine Sozialarbeiterin mit Assistentin, die allerdings recht wenig zu tun hat. Das Finden der Räume war anfangs nicht so leicht, die grellen Neonfarben sorgten für etwas Verwunderung. Die Räume sind alle mit Beamer und Computer ausgestattet, die neueste Anschaffung sind 32 i-Pads, für die am Abend eine Lehrerfortbildung stattfand, an der Herr Bergis teilnehmen konnte. Für die Medienbildung gibt es übrigens eine extra dafür ausgebildete Fachkraft, die neben der Medienbetreuung im Dokumentationszentrum auch Medienseminare (Umgang mit dem Internet, Quellenangaben, Präsentationen etc.) für die Schüler veranstaltet. Eine interessante Ausstellung über die Zukunft von Sechstklässlern unter der Leitung von unseren Austauschpartnern, Eric Lefer und Bernard Martin, konnte auch bestaunt werden. Erwähnenswert noch der Empfang unserer Schüler vom Bürgermeister von Coulonges im Renaissance-Schloss des kleinen Ortes mit Kuchen und heimischem Apfelsaft. In seiner Ansprache betonte Jean-Philippe Guerit den hohen Wert von Freundschaften in Europa, die zum Frieden und besserer Verständigung beitragen.

Am Freitag ging es dann mit etwas Verspätung mit dem Bus zur schönen Ile de Ré. Erste Station war eine Austernzucht. In einem recht dunklen Museumsraum mit alten Gerätschaften erzählte der Eigentümer in einem atemberaubenden Tempo von der beschwerlichen Arbeit der Austernzüchter. Frau Zimmermann übersetzte die interessanten Inhalte. So trugen die Frauen bei der Arbeit weiße Hauben, die sie vor den begehrlichen Zugriffen der damals englischen Besatzer schützen sollten. Sie heißen Quichenottes (abgeleitet von „kissme not“). Die harte Arbeit wird heute mit Traktoren und besserer Technik erleichtert, es gibt beim Verkauf sogar moderne Austernautomaten.
Nach dieser Lehrstunde ging es zum „Phare des Baleines“, dem markanten Leuchtturm am nördlichen Ende der Insel, weiter. Spiralförmig windet sich die Treppe mit 257 Stufen auf 57 Meter Höhe hinauf. Oben angekommen wehte ein noch heftigerer Wind, atemberaubende Ausblicke, ein besonderer Moment. Unten konnte ein gemütliches Picknick eingenommen werden.

Nächste Station war dann St. Martin, ein kleines Hafenstädtchen mit vielen touristischen Läden, Cafés und Restaurants. Hier ließ es sich prima bummeln, Eis und sonstiges süße Sachen genießen. Nach sicherer Ankunft wurden die Schüler von ihren Gasteltern abgeholt, die mit ihnen das Wochenende individuell gestalten werden.

Fortsetzung folgt …

Bericht vom Besuch der Französischschüler in Coulonges vom 25.04. – 04.05.2018